
Leo Müffelmann - Freimaurer und Namenspatron
Dr. Ludwig Müffelmann (1853–1927) war ein führender Vorkämpfer der humanitären Freimaurerei in Deutschland.
Er leitete die „Rostocker Zeitung“ und später in Berlin die „Neue Zeit“.
Als Erster Provinzial-Großmeister der Provinzial-Großloge Hamburg redigierte er das Organ „Die Bausteine“.
Im Ersten Weltkrieg schrieb er „Die italienische Freimaurerei und der Krieg“.
Nach dem Krieg kämpfte er leidenschaftlich für Freiheit, Versöhnung und die humanitären Ideale der Freimaurerei.
1921 gründete er die Loge „Zu den Alten Pflichten“. Seine kompromisslose Haltung und sein Einsatz für internationale freimaurerische
Beziehungen führten zu Widerstand in seinen letzten Lebensjahren.
Sein Sohn, Dr. phil. Leo Müffelmann (1881–1934), setzte das freimaurerische Erbe fort.
Als überzeugter Pazifist veröffentlichte er 1916 in den „Bausteinen“ den kontroversen Artikel „Kant und der Frieden“
und forderte die deutsche Freimaurerei auf, den Krieg nicht als Bruch mit den übernationalen Brüderbeziehungen zu verstehen.
Er engagierte sich intensiv für die internationale Verständigung und den Weltfrieden.
1928 führte seine Teilnahme am internationalen Freimaurerkongress in Belgrad zum Bruch mit den
deutschen Großlogen, die ihn ausschlossen.
Er fand Aufnahme in der Großloge von Wien und gründete 1930 die „Symbolische Großloge von Deutschland“ (SGLvD),
die jedoch von den altpreußischen und humanitären Großlogen nicht anerkannt wurde.
Trotz eines raschen Wachstums wurde die SGLvD durch Hitlers Machtergreifung gestoppt.
Während die etablierten Großlogen sich dem Nazi-Regime annäherten und ihre freimaurerischen Traditionen aufgaben,
verweigerte Leo Müffelmann jede Zusammenarbeit. Er stellte die Arbeit der SGLvD ein und
verlegte das Licht der Großloge 1933 ins Exil nach Jerusalem, wo die Exil-Großloge gegründet wurde.
Nach seiner Rückkehr von einem Weltkongress in Den Haag wurde er von der Gestapo verhaftet und verbrachte mehrere Monate
in Schutzhaft und im KZ Sonnenburg, wo er schwere Misshandlungen erlitt.
Trotz gesundheitlicher Probleme organisierte er im Exil weitere Logengründungen und wurde zum Großmeister ad vitam ernannt.
Er starb 1934, doch seine Exil-Großloge blieb die einzige reguläre deutsche Freimaurer-Großloge außerhalb Deutschlands und
wurde von vielen Großlogen anerkannt.
Leo Müffelmanns Engagement für die humanitären und übernationalen Ideale der Freimaurerei steht im starken Kontrast zur Anpassung vieler deutscher Großlogen an das Nazi-Regime. Sein Andenken und Wirken sind bis heute ein wichtiges Symbol für wahre freimaurerische Werte.